Exkursion des GK Biologie nach Haus Bürgel (2017)

Anfahrt zu „Haus Bürgel“

Begonnen hat die Exkursion um 9:45 Uhr an unserer Schule. Als wir an der Haltestelle „Haus Bürgel“ ausgestiegen sind, mussten wir nur noch ein paar Schritte entlang einer Allee gehen, währenddessen uns Frau Schwarzburger über die verschiedenen Baumarten der Allee aufklärte. Haus Bürgel befindet sich in einer idyllischen, von Wiesen, Weiden und Wald umgebenen Landschaft. Die Atmosphäre entspricht der auf einem Bauernhof. Wir erfuhren, dass dort sowohl eine Biologische Station untergebracht ist, als auch eine Pferdezucht und ein altes römisches Gebäude, von dem die Grundrisse ausgegraben wurden und welches heute ein Römisches Museum ist. Auch die Lage des römischen Friedhofs, von dem zahlreiche der Exponate stammen, ist im Gelände gekennzeichnet. Auf dem Hof gibt es Pferde („Kaltblüter“), Hühner und einen historischer Nutzgarten, welcher Gemüse und Kräuter aus germanischer und römischer Zeit sowie späteren Epochen zeigt. Auch gibt es dort einen erst kürzlich angelegten Teich, welcher viele verschiedene Tierarten beherbergt, die uns heute vorwiegend interessieren sollten.

Untersuchung der Gewässergüte anhand der physikalischen und chemischen Daten

Zu Beginn haben wir Untersuchungen zu verschieden Stoffen des Teichs unternommen. Angefangen bei der Trübung des Wassers konnte man mit bloßem Auge anhand der Farbe sehen, dass das Wasser nicht der Qualitätsstufe I zugeordnet werden konnte sondern eher zwischen Stufe zwei und drei liegt. Zum Testen der Trübung im Wasser nutzten wir eine Secchi-Scheibe, mit der man die Sichttiefe eines Gewässers feststellen kann, womit sich unsere Vermutung bestätigte.

Bei den chemischen Daten haben wir Tests durchgeführt, um mit Herrn Dr. Tentens Hilfe die Stoffe und ihre Mengen genau einordnen zu können. Der Nitratgehalt lag bei 0 mg, was normal ist, da zu unserem Besuch noch Wachstumszeit war und die Pflanzen das zur Verfügung stehende Nitrat als Nährstoff brauchen. Außerdem war unser Besuch vormittags, wodurch die Fotosynthese in vollem Gange war und der Sauerstoffgehalt entsprechend hoch bei 4mg lag. Der Ammoniumgehalt war glücklicherweise bei 0mg, da Ammonium für die Pflanzen giftig ist. Der pH-Wert des Wassers war zufriedenstellenderweise bei 7,5, was völlig im Rahmen eines durchschnittlichen Wertes liegt. Der Phosphatgehalt des Wassers war bei unter 0,1g/l, da auch Phosphat als Nährstoff von den Pflanzen aufgebraucht wurde.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass die Wasserqualität zufriedenstellend war.

Untersuchung der Wasserorganismen: Das Keschern

Nach der Untersuchung der chemischen Stoffe sollten wir im Teich mit den Keschern Tiere fangen. Anhand der Tiere (bzw. Zeigerorganismen) sollten wir anschließend die Güteklasse des Teichs bestimmen. Zuerst erklärte der Biologe Dr. Norbert Tenten, der uns durch das Haus Bürgel führte, was wir beim Keschern beachten sollten: zum Beispiel, dass man den Kescher nicht wie einen Spaten im Wasser nutzen sollte, sondern nur durch langsame Bewegungen die Organismen einfangen kann. Zudem sollten wir bevorzugt in der Nähe von Steinen und Algen keschern. Danach gab er jedem Schüler einen Kescher und einen Plastikeimer, den wir zum Zwischenlagern des Fangs nutzen sollten und wir machten uns auf die Suche nach Tieren im Teich.
Während wir eifrig kescherten, gaben wir stets unseren Fang an Dr. Tenten weiter, damit er diese getrennt nach Beute und Räuber in Gefäßen aufbewahren konnte, denn sonst bestände die Gefahr, dass die Organismen sich gegenseitig auffressen.

Nach etwa einer halben Stunde rief uns Dr. Tenten zur Auswertung des Fangs, sowie zur Betrachtung der diversen Arten. Er stellte uns die Tiere einzeln vor und erläuterte deren Eigenschaften, Besonderheiten und Lebens-weisen. Unter anderem hatten wir Strudelwürmer, Rückenschwimmer, Schneckenegel, Wasser-skorpione und unzählige Wasserflöhe gefangen. Am interessantesten fanden wir den Großen Schneckenegel (Glossiphonia complanata) und den Wasserskorpion (Nepa cinerea).

Auswertung und Bewertung

Das Saprobiensystem ist eine Einteilung verschiedener Güteklassen eines Gewässers. Es beinhaltet chemische Parameter und im Gewässer lebende Organismen, die sogenannten Zeigerarten. Da diese einen geringen Toleranzbereich in Bezug auf die im Teich vorherrschenden Lebensbedingungen aufweisen (Stenopotenz), ein Biotop aber nur unter ganz bestimmten Bedingungen besiedeln können, lässt sich anhand ihrer Population der Zustand des Teiches, d.h. seine Gewässergüteklasse, feststellen. Nach Gewässeruntersuchungen und Auswertung anhand des Saprobiensystems kann das Ausmaß der Gewässerbelastung bestimmt werden.
Bezüglich des dem Haus Bürgel zugehörigen Teiches konnte ein Sauerstoffgehalt von 4,0 mg/l festgestellt werden; der Phosphatgehalt betrug weniger als 0,1 mg/l. Allerdings ließen sich weder Nitrit noch Nitrat nachweisen. Diese Werte lassen auf die Güteklasse I – II schließen, was auf ein relativ gering belastetes Gewässer hindeutet.
Zur genauen Ermittlung der Güteklasse ist jedoch auch die Fauna von Bedeutung. Anhand der gefangenen Tierarten konnte die Güteklasse II – III festgestellt werden.

Der Grundkurs Biologie: Miriam Adjoyi Hilal Altınsaray Anastassia Arabatzi Laura Basarir Fatih Bıyıklı Laura Borelli Safae El Khattabi Fabienne Fassbender Max Fuhrmann Sarah Hage Emma Heyll Arthur Huberts Matthias Kranenberg Farina Muth Leoni Obiols Rebecca Pajares Hammacher Marie Reimann Ariane Velten Alicia Zemlicka Cäcilia Zouikova Daniela Zouikova


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Untzersuchung der Wasserorganismen - Das Käschern

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